Paris im Januar. Maison & Objet.
Zweimal im Jahr (Januar und September) trifft sich dort die Welt der Einrichtung: Möbel, Dekoration, Accessoires, Geschenke – in einer einzigartigen Atmosphäre.
Ich fahre seit 25 Jahren jedes Jahr hin, mindestens einmal im Jahr. Das ist mein Kickstart ins Jahr, hier hole ich mir Motivation und Inspiration ab.
Hier sehe ich, was kommen wird und ein paar Monate später in den Läden steht.
Dieses Jahr war irgendwie anders. Das Zusammenspiel der Bereiche Möbel, Material, Kunst(-handwerk), Licht und Accessoires war viel stärker. Und auch menschlich anders… aber dazu später.
1) Formen: Rund ist nicht vorbei
Es bleibt weich.
Gerundete Formen sind überall: Sofas, Stühle, Leuchten, Vasen, Accessoires. Kaum harte Kanten, kaum „streng”. Das wirkt zugänglich, einladend – und ja, auch feminin.
2) Farben: Warm, satt, mutig – Weiß nur als Randerscheinung
Die Farbwelt ist eindeutig warm und tief:
- Braun in allen Schattierungen
- Gelb, Ocker, Senf
- Bordeaux, Rost, abgetönte Rottöne
- Aubergine
- Grüntöne – gerne kräftig
- Blau – gerne kräftig und auch dunkel
Dazu Pastell- und Bonbontöne als Kontrast.
Weiß spielt kaum eine Hauptrolle. Wenn überhaupt, dann als Unterstützung für Muster.
3) Oberflächen: Hochglanz ist zurück – aber bitte mit Spannung
Bei Oberflächen sehe ich ganz klar:
- Hochglanzlackierte Flächen
- Starke Materialkombinationen – alles geht
- Matte und softe Oberflächen im Kontrast
Besonders reizvoll: Hochglanz neben Matt. Poliert neben handbearbeitet. Diese Spannung bringt eine große Lebendigkeit und man hat Spaß am „Entdecken”.
4) Materialien: Stein, Metall, Glas – und alles darf Statement sein
Materialität spielt eine Hauptrolle:
- Naturstein in auffälligster Form: Marmor, Onyx, starke Maserungen, schillernde Farben
- Metalle: hochglanzpoliert, aber auch matt oder handbearbeitet
- Holz: alle Holzarten, egal ob helle oder dunkle Hölzer
- Glas und Spiegel: farbiges Glas, farbig hinterlegte Spiegel – kein klarer Kristallspiegel-Look
Und bei Textilien: weich, langfaserig, üppig. Teppiche, Kissen, Bouclé.
5) Themen: Barock trifft 70er – und das Handwerk ist wieder wichtig
Stark auf der Messe:
- Barocke Motive als Tapete oder Stoffe
- Die 70er mit grafischen, klaren Formen – aber neu interpretiert
- Brutalistische Elemente (harter, grober Stein) im Kontrast zu Zartheit (florale Motive, Blumen, weiche Stoffe)
- Tiere als Motive
- Manchmal sogar ein morbider Akzent – „Tod” als dekoratives Element, als künstlerischer Bruch
Hier passiert etwas Wichtiges: Gebrauchsgegenstände werden zu Kunst. Leuchten sind Objekte – sie könnten auch ohne Licht im Raum stehen und wirken.
Und: Handwerk hat wieder richtig Gewicht. Details zählen. Keine langweiligen Details. Man sieht und fühlt, dass Dinge gemacht wurden – nicht nur am Fließband produziert.
6) Mein Fazit: Es geht nicht um „Deko”. Es geht um Szenerie.
Auf der Messe wird nichts mehr isoliert betrachtet. Möbel, Textilien, Licht, Accessoires, Kunst – alles gehört zusammen. Es ist eine Szenerie. Jedes Teil hat seinen Platz. Alles wirkt zusammen.
Und etwas war dieses Jahr fast noch stärker als die Trends: der Wunsch nach Verbindung.
Ich hatte viele tiefe und auch lange Gespräche – und dieses Bedürfnis nach Echtheit, nach Kontakt war extrem spürbar und über alle Kulturen hinaus.
Fazit für deine Ferienwohnung:
Du musst jetzt nicht alles neu machen. Wirklich nicht.
Aber: Ab Herbst wird man den Trend spüren – und Gäste spüren ihn zuerst. Weil sie ihn unterwegs sehen. In Konzept-Hotels, Restaurants, Läden, auf Reisen, in Zeitschriften.
Und dann landen sie in einer Ferienwohnung und merken in Sekunden, ob es „Standard” ist – oder ob es eine Szenerie ist, die sie sofort abholt. Die spannend ist und gerne auch anders sein darf.
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Und wenn du wissen willst, wie du das konkret und ohne Fehlkäufe in deine bestehende FeWo übersetzt: Ich berichte dazu immer wieder auf mit Beispielen und klaren Checkpunkten, die du sofort anwenden kannst.
Und wenn du Fragen hast: schreib mir gerne unter mail@lovetostayhere.com
Herzlichst,
Sophie
