Herbstfarben in der Ferienwohnung: 5 Kombinationen, die auch nach dem Herbst bleiben dürfen
Sobald die Tage kürzer werden, füllen sich die Feeds mit Herbst-Deko. Kürbisse auf der Fensterbank, Lichterketten, Girlanden aus Filz.
Jaaa, ganz nett, aber doch irgendwie immer das Gleiche.
Ich hab auch Lust auf herbstliche Töne, aber ich wünsche mir ein bisschen mehr Twist und Nachhaltigkeit, damit die Idee im November nicht gleich wieder überholt ist.
Hier geht es ja auch nicht um Deko, die nach 8 Wochen wieder im Karton landet und der Weihnachtsdeko weichen muss.
Auf diesem Kanal sprechen wir über Farben und Einrichtungslösungen für deine Ferienwohnung, die selbstverständlich bleiben sollen.
Heute schreibe ich über meine aktuell 5 liebsten Farbkombis, die sich auch im Herbst toll anfühlen und sicher nicht überall zu sehen sind.
Du bekommst hier konkrete Farbtipps – nachmachen unbedingt erwünscht!
Zu jeder Farbkombi schlage ich dir Töne von Farrow & Ball vor. Natürlich gibt es auch noch viele andere Hersteller, die traumhafte Farben haben.
Aber ich liebe nun mal die Töne von Farrow & Ball, weil die Qualität der Farben und Oberflächen für sich spricht. (Und das hier ist keine bezahlte Werbung!!)
1. Nachtblau, Cognac und Wollweiß — mit einem gemalten Karo
Farrow & Ball: Hague Blue No. 30 · Buff No. 20 · School House White No. 291
Nachtblau gilt als kühle Farbe. Das mag sein, solange sie für sich alleine steht. Mit Cognac-Leder und viel Wollweiß wird daraus trotzdem ein Wohnzimmer, was Eleganz und Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt.
Die Wand macht hier den Unterschied: ein großes, tintenblaues Karo, direkt auf einen warmen Sandton gemalt — Linien in Hague Blue No. 30 auf Buff No. 20 (ein Archivton, wird auf Bestellung angemischt), bewusst unperfekt, wie mit dem breiten Pinsel gezogen. So bekommt der Raum ein Muster, das auf keiner Tapete zu finden ist und sicher keiner genau so nachmachen kann.
Drumherum bleibt es ruhig: ein wollweißes Sofa, Decke und Fussleisten in School House White, Cognac über einen Ledersessel.
Deko sparsam und mit klarer Form.
Der richtige Raum: Wohnzimmer oder Leseecke. Überall dort, wo Gäste gerne sitzen bleiben sollen.
2. Dunkles Weinrot, Blush und Akzente in Orange
Farrow & Ball: Preference Red No. 297 · Setting Plaster No. 231 · Orangery No. 70
Rot im Schlafzimmer – da zucken viele zusammen. Zu laut, zu unruhig, zu gewagt. Das stimmt auch, solange man an Feuerwehrrot denkt.
Dunkles Weinrot ist eine andere Liga. Preference Red ist der tiefste, satteste Rotton, den Farrow & Ball führt, und er macht genau das, was ein Schlafzimmer braucht: Er zieht die Wände näher, macht den Raum intimer.
Damit das nicht zu “gothic” und schwer wird, kommt Blush dazu – Setting Plaster, ein Leinenton mit einem Hauch von Rosa.
Der Twist ist das Orange. Nicht als komplett dominante Fläche, sondern als Akzent: ein Kissen, eine Keramikleuchte, ein Bild. Orangery No. 70 ist dafür wie gemacht – benannt nach den Glashäusern, in denen Zitrusbäume überwintern, und genauso leuchtet der Ton auch. Zwei, drei Stellen reichen. Das Orange muss man suchen dürfen.
Pinterest nennt diese Stimmung gerade „Vamp Romantic“. Ich nenne sie: erwachsen.
3. Creme, zartes Rosa und Graugrün
Farrow & Ball: School House White No. 291 · Pink Ground No. 202 · Vert de Terre No. 234
Das ist die Kombination für alle, die bei „Herbstfarben“ sofort an dunkel und schwer denken – und genau das nicht wollen.
Die Wände bleiben hell und cremig in School House White.
Das Rosa ist zart, fast ein Hautton: Pink Ground, ein Rosa mit viel Gelb darin, das zum Glück nicht so süsslich daher kommt.
Und dann das Graugrün – Vert de Terre, ein weiches, erdiges Grün, das sich harmonisch einfügt und sehr gefällig ist. Auf Stühlen, auf einer Tür, auf der Zarge.
Warm ist diese Kombination trotzdem. Nur eben nicht durch Dunkelheit, sondern durch die Wärme, die in jedem der drei Töne steckt. Creme statt Weiß, Hautrosa statt Pink, Erdgrün statt Mint.
Der richtige Raum: der Essbereich. Über einem gedeckten Tisch wirken diese Farben wie gutes Porzellan – zurückhaltend und mit guter Qualität.
4. Himbeere, Graubraun und Beige
Farrow & Ball: Radicchio No. 96 · Mole’s Breath No. 276 · Jitney No. 293
Die mutigste Farbe dieser Liste bekommt den kleinsten Raum.
Das ist in diesem Fall echte Absicht: Im Gäste-WC hält man sich Minuten auf, nicht Stunden. Genau dort darf eine Farbe auftreten, die im Wohnzimmer vielleicht “zu viel” wäre.
Himbeere also. Radicchio ist ein modernes Purpurrot mit ordentlich Magenta darin – ebenfalls ein Archivton, der auf Bestellung angemischt wird.
Gestrichen wird alles – Wände und Decke, in einem Zug. Kein weißer Deckel obendrauf! Wir wollen die volle Ladung Wirkung.
Dazu ein Waschtisch oder Unterschrank in Mole’s Breath, einem warmen Graubraun, das die Himbeere erdet, und Handtücher in einem ruhigen Beige wie Jitney. Drei Töne, ein kleiner Raum, große Wirkung.
Deine Gäste werden diesen Raum erwähnen und sicher in ihrer Bewertung erwähnen.
5. Petrol, zartes Hellorange und Graubeige
Farrow & Ball: Inchyra Blue No. 289 · Naperon No. 315 · Elephant’s Breath No. 229
Zum Schluss die Kombination, die richtig gut rüber kommt und die ich super gerne im Flur sehe.
Petrol ist die erwachsene Schwester von Türkis: Inchyra Blue liegt genau zwischen Blau, Grün und Grau und verändert sich mit dem Licht, ohne jemals zu schrill zu werden. Dazu Graubeige für die Wand, die Garderobe oder die Tür – Elephant’s Breath, der vielleicht bekannteste Greige-Ton überhaupt, und ein absoluter Klassiker bei Farrow & Ball.
Und dann der Hauch Wärme: Naperon, ein zartes Hellorange irgendwo zwischen Pfirsich und Terrakotta. Nicht an der Wand (das wäre zu dominant in diesem Fall), sondern in den Details – ein Kissen auf der Bank, eine Keramikschale für die Schlüssel, ein Bild oder eine Decke. Gegen das kühle Petrol leuchtet es wunderschön.
Diese drei Töne können dafür sorgen, dass das Erste, was deine Gäste sehen zu einem guten “Ankommgefühl” führt.
(PS: du musst keine halbhohe Verkleidung bauen- ein Anstrich auf halber Höhe hat den gleichen Effekt)
Unsicher, welcher Raum bei dir zuerst Farbe verdient? Genau dafür gibt es den FeWo-Gästeblick: Du machst einen kurzen Test, schickst mir bis zu drei Fotos eines Raums — und bekommst eine persönliche Sprachnachricht von mir, mit meinem ehrlichen Blick von außen. Kostenlos, 5 Plätze pro Woche. → gaesteblick.lovetostayhere.com
Farbige Blätter im Herbst machen Lust auf mutigere Farbkombis
Vielleicht ist dir aufgefallen, was alle fünf Kombinationen gemeinsam haben: Keine braucht ein einziges Deko-Teil. Keine muss im Januar zurückgebaut werden. Der Herbst ist hier nur der Anlass, sich endlich für Farbe zu entscheiden — die Kombinationen selbst funktionieren das ganze Jahr.
Wenn du lieber tapezierst als streichst: Auch dafür gibt es zu jeder dieser Farbwelten schöne Wege. Die zeige ich dir demnächst in einem eigenen Artikel — zusammen mit der Frage, wie du so eine Veränderung an einem einzigen Wochenende umsetzt. Die Nebensaison ist dafür der beste Moment des Jahres.
Bis dahin: Bestell dir Farbkarten. Die kosten nichts, und eine Farbkarte an der eigenen Wand sagt mehr als jedes Pinterest-Board.
Lust auf mehr Farbe?
Und wie wirkt dein Raum?
Hier liest du, was Räume mit Gästen machen. Aber dein eigener? Lade drei Handyfotos hoch — ich schaue sie mir persönlich an und spreche dir auf, wie deine Ferienwohnung auf deine Wunschgäste wirkt. Kostenlos, 5 Plätze pro Woche.
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Herzlichst,
Sophie
