Sommergefühl in der Ferienwohnung: Wie deine Räume schon im März Lust auf Urlaub machen
Die meisten Gäste buchen ihren Sommerurlaub nicht im Sommer.
Sie buchen ihn im März. Oder im April. Vielleicht an einem Nachmittag, an dem es draußen mal wieder quer regnet, man keine Lust mehr auf die 3. Tasse Tee hat und das dringende Gefühl aufkommt:
Ich muss hier raus.
Und genau in diesem Moment entscheidet nicht nur der Preis und auch nicht unbedingt die perfekte Lage. In diesem Moment entscheidet ein Bild.
Hier ist es das Gefühl…so muss mein Sommerurlaub dieses Jahr aussehen!
Der Sommer ist immer noch einer der wichtigsten Buchungszeiträume für Vermieter:innen. Hier muss so vermietet werden, dass Buchungslücken im Rest des Jahres nicht so weh tun.
Deine FeWo muss das Versprechen geben: bei mir kannst du Durchatmen, lange Sommerabende genießen, offene Fenster, Ruhe im Kopf.
1. Sommer ist nicht überall gleich
Sommergefühl heißt nicht automatisch Muscheln und ein Schild mit „Beach House“. Vor allem nicht, wenn deine Ferienwohnung im Sauerland, in der Eifel oder am Waldrand steht.
Sommer muss zur Lage passen.
Eine Wohnung an der Küste darf hell und luftig wirken: Kreideweiß, verwaschenes Blau, zartes Rosa, Sand, Leinen, helles Holz, Rattan. Gerne ohne Ankerparade und Leuchtturmsammlung.
Eine Wohnung am See kann ruhiger sein: Salbeigrün, Schilf, warmes Grau, Naturleinen, Naturstein.
Eine Wohnung in den Bergen oder am Wald braucht vielleicht gar keinen klassischen Sommerlook. Da geht es eher um Frische, Schatten, Holz, Stein, klare Luft: Grüntöne, helles Holz, gebrochenes Weiß, Naturtextilien, vielleicht ein dunklerer Akzent.
Und eine Wohnung auf dem Land darf auch mutiger sein: Terracotta, warmes Weiß, Olivgrün, Bast, Streifen, ein Hauch Gelb.
Der Punkt ist: Nicht jede Ferienwohnung braucht denselben Sommer. Sie braucht die Farben und Materialien, die zu ihr passen.
2. Farben lösen (Buchungs-) Gefühle aus
Farben sind der ultimative Hebel, um Emotionen zu transportieren. Ein Blick genügt und man spürt die Atmosphäre, die einen in der Ferienwohnung erwartet.
Es gibt viele Studien zu der Wirkung von Farbe. Warum machen wir uns – gerade in deutschen Ferienwohnungen – dieses einfache Mittel nicht zu Nutze?
Weil wir Angst davor haben, dass die Gäste die Farbe nicht mögen? Weil wir Angst davor haben, dass man sich zu schnell „satt“ sieht? Weil wir Angst vor der richtigen Farbentscheidung haben? Weil wir allen gefallen wollen? Weil wir Angst davor haben, dass die Einrichtung dann nicht mehr „passt“?
Wahrscheinlich von allem ein bisschen.
Aber vergiss eine Sache nicht: Wir sprechen NICHT von deinem privaten Wohnzimmer. Eine Ferienwohnung ist Business. Und Business muss auffallen und verkaufen. Das ist Marketing. Und wollten wir nicht alle schon mal in einem mutigen „all over“ gestrichenen Rosa-Traum schlafen? Oder in einem Wohnzimmer das Rotweinglas schwenken, dass eine dunkelblaue „Bibliothek – Atmosphäre“ mit Kamin hat? Sei ehrlich!
Zurück zur Sommerwohnung:
Ein kühles Blau ist der Sommerklassiker und vermittelt direkte Verbindung zu blauem Himmel und Wasser. Das Gefühl von Freiheit.
Ein warmes Terracotta erzählt von Sonne und Abendessen im Freien.
Salbeigrün ist frisches Gras, gemähter Wiesenduft.
Zartes Gelb und Sandtöne sind der Strand, die Sonne und Vogelgezwitscher (ok, nur meine Assoziation, aber ich fand’s schön).
Allerdings reicht es oft nicht, nur ein blaues Kissen hinzulegen und zu hoffen, dass in der FeWo jetzt Sommer ist.
Es geht auch um Texturen. Wenn Farben und Texturen zusammenarbeiten, kommst du schneller ans Ziel.
Beispiel:
Wandfarbe oder große Fläche als emotionaler Grundton. Textilien, wie Kissen, Decken, Bettwäsche, Tagesdecken als saisonaler Wechsel.
In meine Blogartikel Stoffe für Ferienwohnungen und Hotels berichte ich ausführlich über die „richtigen“ Textilien für die Ferienwohnung. Keine Angst davor, mit diesen strapazierfähigen Materialien, können auch Schokofinger nicht schocken.
Textilien sind extrem wichtige Helfer für das Wohlgefühl deiner Gäste.
Pflegeleicht darf trotzdem schön sein.
3. Materialien muss man anfassen wollen
Weiße Plastikstühle draußen sind praktisch. Schön abwaschbar und stapeln lassen sie sich auch noch.
Aber hattest du bei dem Anblick schon mal das Gefühl: Jippieh, hier will ich meine eiskalten Rosé trinken und den ganzen Abend in meinem neuen Lieblingsroman lesen? Nö.
Wenn du Balkon oder Terrasse hast (was für ein Segen!!! Ein echter Buchungsgrund!), behandle sie nicht wie eine Abstellfläche mit Sitzgelegenheit. Behandle sie so, dass man Lust hat, den Wohnraum nach draußen zu erweitern.
Das kann ganz einfach sein:
- Schöne Korb- oder Holzsessel (oder Liegen)
- Wetterfeste Polster
- Mehrere kleine Beistelltische für die Loungemöbel, die man sich bequem ranziehen kann
- ein Outdoor-Teppich (gross genug) unter den Loungemöbeln
- ein schöner Esstisch mit sommerlichen Stühlen. Das können Kunststoffstühle sein, allerdings dann mit Farbe und Sitzkomfort (Beispiel)
- Windlicht oder Akkuleuchte für laue Abende
- Pflanzen, Kräuter etc. wenn du die Pflege leisten kannst, sonst kann man hier auch auf tolle Kunstpflanzen gehen (Beispiel), um das Sommerfeeling komplett zu machen.
Es muss nicht teuer sein. Aber es darf gestaltet werden.
4. Sommerdeko ja – aber bitte nicht überladen
Ein paar saisonale Details sind schön. Aber Sommerdeko kann auch schnell kitschig werden.
Orientiere dich an folgendem Tipp, wenn du mit Stil dekorieren möchtest:
Dekorative Elemente sind am stilvollsten, wenn du sie b e n u t z e n kannst. Sie müssen einen Nutzen haben und nicht einfach nur rumstehen und verstauben.
Also: dekorative Elemente mit Stil können sein:
- Keramik handgemacht, z.B. ein schöner Krug mit Bechern, eine schöne grosse Schale für Obst oder als Ablage für gesammelte Muscheln, für Fundsachen, für den Hausschlüssel
- Ein grosses Tablett auf dem Couchtisch aus Holz
- Schönen farbige Gläser
- Sommerliche Kissenbezüge mit Streifen, grafische oder florale Muster
- Coffee table books mit Sommerthemen (das können Einrichtungsthemen sein, alles über sommerliche Gerichte, oder Getränke, Strandaufnahmen, Wanderrouten etc.)
- Sommerbilder/ grossformatige Fotos der Region im Sommer
- Glasvasen in sommerlichen Farben
- Tagesdecken in sommerlichen Farben
- Ein sommerlicher Raumduft
- Kerzen im Glas
Es muss nicht viel sein, aber gezielt platziert erreichst du, dass deine Gäste nicht immer alles von links nach rechts räumen und selbst „neu dekorieren“, wenn zu viel Nippes rumsteht.
Es geht nicht um Perfektion, sondern um Lust zu machen, bei dir den Sommer zu verbringen.
Dein Gast sitzt im März am Laptop. Draußen regnet es quer. Und deine Bilder müssen auf den ersten Blick sagen: bei mir ist der Sommer.
Mehr Farb-Inspiration: Schau dir auch meinen Vergessen Räume-Guide und meinen Stoffe-Guide an. Oder lies, wie du mit Colour Blocking richtig auffällig wirst.
Hast du Fragen? Schreib mir gerne unter mail@lovetostayhere.com
Herzlichst,
Sophie
